Lernreise: Einstieg und erste Schritte

Kapitel 4:
Kannst du von Börsengewinnen leben?

„Passives Einkommen“

Lesedauer: 5 Minuten

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Wann dein Geld dich tragen kann

„Passives Einkommen“ klingt verlockend: Du legst Geld an, es arbeitet für dich und du musst nie wieder zur Arbeit gehen. Aber wie viel brauchst du dafür wirklich? Wenn du zum Beispiel 2.000 Euro im Monat aus deiner Geldanlage nutzen möchtest, brauchst du dafür ein großes Polster.

Denn du kannst pro Jahr nur einen kleinen Teil entnehmen, damit du dein Vermögen nicht aufbrauchst – die sogenannte nachhaltige Entnahmerate. Bei einer Entnahme­rate von 4 Prozent bräuchtest du für 2.000 Euro im Monat ein Start­kapital von mindestens 600.000 Euro.

Erwartungen managen

Die Bezeichnung „passives Einkommen“ ist irreführend. Denn du sparst aktiv: Du informierst dich, kaufst, kaufst nach, verkaufst und hältst Kursschwankungen aus. Leben allein durch Börsengewinne? Ziemlich unrealistisch. Aber: Wer früh anfängt, regelmäßig einzahlt und lang genug dranbleibt, kann mit Fonds oder anderen Anlagen die Rente deutlich aufbessern.

Quelle: Wallstreet-Online, Finanzen.net

Börsenerfolge brauchen Substanz – und Zeit

Unser Realitätscheck zeigt: Ohne hohe Anfangssumme oder Millionengehalt bleibt der Traum vom komfortablen Leben mit „passivem Einkommen“ meist unerreichbar. Wenn Gewinne direkt wieder mit angelegt werden und weiterwachsen, ist der Zinseszinseffekt mächtig – braucht aber Jahrzehnte, um seine Wirkung zu entfalten.

Gerundetes Rechenbeispiel:

Du zahlst 30 Jahre lang monatlich 1.000 Euro in einen globalen ETF ein – mit einer angenommenen Rendite von (nominell) 6 Prozent pro Jahr (also 0,5 Prozent Zinsen pro Monat). Am Ende hast du etwa 1.004.500 Euro Vermögen aufgebaut.Beachte: Die angenommene Wert­entwicklung von durchschnittlich 6,0 % p. a. ist ein Rechen­beispiel. Dieses Rechen­beispiel ist aus langjährigen Durchschnitts­werten der Vergangenheit abgeleitet und beruht auf Szenarien mit unterschiedlichen (sowohl positiven als auch negativen) Markt­bedingungen, welche die Art und die Risiken der in der Annahme einbezogenen Arten von Finanz­instrumenten widerspiegelt. Es stellt keine Garantie, Prognose oder Zusicherung einer tatsächlichen Rendite dar. Frühere Wert­entwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Tatsächliche Erträge können je nach Markt­entwicklung, Anlagedauer und individuellem Produkt erheblich abweichen – auch Verluste sind möglich. Die Darstellung ersetzt keine individuelle Anlageberatung.

Entnimmst du 4 Prozent davon, ergibt das knapp 3.350 Euro pro Monat vor Steuern. Diese Summe erfordert kein hohes Anfangsvermögen. Allerdings setzt das Beispiel voraus, dass du über 30 Jahre hinweg monatlich 1.000 Euro investieren kannst – und manchmal auch etwas Nervenstärke beweist.

Du weißt jetzt, was langfristig möglich ist und was es dafür braucht. Wie viel Rendite wünschst du dir und wie viel Risiko kannst du tragen? Das findest du im nächsten Kapitel heraus.

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