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Kunst im Blick

Kunst erleben ist einfach.

Kunst im Blick

Kunst erleben ist einfach.

Wie wirkt Kunst hinter verschlossenen Türen?Gar nicht, finden wir!
Deshalb möchten wir sie für die Düsseldorfer noch einfacher zugänglich machen.

Kunst im Blick

Die Stadtsparkasse Düsseldorf fördert in diesem Jahr gemeinsam mit der
Kreissparkasse Düsseldorf  und der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland das Projekt „EINE STRASSE“.

In dem interdisziplinären Kunst- und Kulturprojekt, das am 8. Juni 2024 startet,
werden Kunstprojekte im öffentlichen Raum vom Hauptbahnhof bis zum Rhein entlang der Graf-Adolf-Straße in Zusammenarbeit mit bekannten Düsseldorfer
Künstlerinnen und Künstlern entwickelt. Auch wir sind dabei und zeigen in der
Kreissparkasse Düsseldorf an der Kasernenstraße 69 bis zum 1. September Werke
aus unserer Kunstsammlung.

Für unsere Kunden

Jeden Samstag: Kunst für zwei im Kunstpalast und im NRW-Forum. Wenn Sie eine EC- oder Kreditkarte der Stadtsparkasse Düsseldorf (Debit- oder Kreditkarte) besitzen, schenken wir Ihnen zu Ihrem eigenen Ticket den Eintritt für Ihre Begleitperson: Über den Webshop Kunstpalast oder direkt im Museum.

Travertin und Muschelkalk

Frauke Dannert I  Arne Schmitt  I Andreas Schmitten  I  Christoph Westermeier 

Sonderausstellung in der Kreissparkasse Düsseldorf im Rahmen des Projekts „EINE STRASSE“ mit Werken aus der Sammlung der Stadtsparkasse Düsseldorf und neuen situativen Arbeiten.

8. Juni – 1. September 2024

Die Ausstellung „Travertin und Muschelkalk“ zeigt Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler Frauke Dannert, Arne Schmitt, Andreas Schmitten und Christoph Westermeier, die sich in den ausgestellten Werken mit Geschichte und Struktur von Architektur und Stadtraum sowie Kunst im öffentlichen Raum auseinandersetzen.

Während Frauke Dannert Architekturfotografien aus ihrem Kontext herauslöst und zerschneidet, um völlig neue Formen zu schaffen, greift Arne Schmitt Details heraus und verhandelt auf abstrakte Weise politische und soziale Fragestellungen, die sich mit gesellschaftlichen Entwicklungen seit der Nachkriegszeit auseinandersetzen. Christoph Westermeier zeigt Arbeiten, die unsere kulturellen Identitäten sowie den Umgang mit kulturellem Erbe hinterfragen. In seinen Werken befasst er sich mit der Wahrnehmung von
Fotografie, Sehgewohnheiten und Bildkorrespondenzen. Als direkter Bezug zum Projekt „EINE STRASSE“ ist darüber hinaus die Arbeit „Graf-Adolf-Straße“ von Andreas Schmitten zu sehen. Ein Diorama der gleichnamigen Düsseldorfer Straße.

Zu sehen sind die Arbeiten im Hauptsitz der Kreissparkasse Düsseldorf an der Kasernenstraße 69. Das Gebäude wurde in der Nachkriegszeit von Hanns Dustmann erbaut. Der Bau aus der frühen Nachkriegszeit im Stil neuklassischer Bauten mit Lochfassade aus Travertin und Muschelkalk ist typisch für diese Zeit. Dustmann arbeitete 1938 bis 1943 im Büro Albert Speers und stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. 1953 kam er nach Düsseldorf, wo er im Rahmen des Wiederaufbaus des im Krieg zerstörten Düsseldorfs tätig wurde. Bis zu seinem Tod beschäftigte er sich vor allem mit der Planung von Banken, Versicherungen und Bürobauten. Als Mitarbeiter von Stadtbauamtsleiter Friedrich Tamms – der zuvor ebenfalls im engsten Kreis von Albert Speer als Architekt tätig gewesen war – war Dustmann mitbeteiligt im „Düsseldorfer Architektenstreit“, der um 1952 über die personelle Besetzung von Schlüsselstellen in Düsseldorf entbrannte und die mangelnde Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit und die allzu nahtlose Einflussnahme ihrer Protagonisten am Wiederaufbau aufzeigte.

Die Ausstellung wird kuratiert von Katharina Wettwer, Kuratorin der Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf, mit freundlicher Unterstützung der Kreissparkasse Düsseldorf.

Ausstellung:
Kreissparkasse Düsseldorf
Kasernenstraße 69
40213 Düsseldorf

Öffnungszeiten:
Montag/Dienstag: 09:00-16:00 Uhr
Mittwoch/Freitag: 09:00-13:00 Uhr
Donnerstag: 09:00-18:00 Uhr

Eröffnung: 08. Juni 2024, 13:00 Uhr
 

©Frauke Dannert
Mollino, Altar, König, 2009, Papiercollage auf MDF, 53 x 37 cm
Ausstellungsansicht, NRW-Forum, Düsseldorf
Foto: Katja Illner

Frauke Dannert (*1979 in Herdecke) studierte 2001 bis 2004 an der Kunstakademie Münster sowie 2004 bis 2010 an der Kunstakademie Düsseldorf und absolvierte 2009 bis 2011 am Goldsmiths College in London ein Postgraduiertenstudium. Sie lebt in Köln.

In ihren Collagen löst Frauke Dannert Architekturfotografien aus ihrem Kontext heraus, um völlig neue Formen zu schaffen. Sie collagiert Abbildungen aus Printmedien oder eigenen Architekturfotografien, darunter die lange verschmähte Architektur des Brutalismus, vervielfältigt sie, zerschneidet die Ausdrucke und setzt sie zu neuen Bildern zusammen, wodurch sie das Potenzial traditioneller Formen der Architektur auslotet.

Dannert isoliert dabei Erker, Türme, Fensterbänder, Voluten oder ganze Fassaden von Gebäuden und multipliziert sie verändert Größenverhältnisse und fügt das so gewonnene Baumaterial zu futuristisch anmutenden, schwebenden Strukturen zusammen. Die Bauten erhalten eine neue Existenz und eine neue abstrakte Form entsteht.

Diese Auseinandersetzung findet nicht nur auf dem Papier statt. In raumgreifenden Wandcollagen erweitert Frauke Dannert ihr Werk in den Ausstellungsraum hinein und reagiert damit unmittelbar auf die
Umgebung, in der ihre Wandmalerei entsteht.

https://fraukedannert.com/

©Arne Schmitt
Kunst nach 45, 2011, Pigmentdruck, jeweils 21,3 x 28,4 cm
Ausstellungsansicht, NRW-Forum, Düsseldorf
Foto: Katja Illner

Arne Schmitt (*1984 in Mayen) studierte 2005 bis 2011 Fotografie an der HGB Leipzig. Anschließend studierte er bis 2012 Fotografie an der Hogeschool Sint-Lukas Brüssel. 2014 bis 2015 und 2016 bis 2017 hatte er eine Gastprofessur an der HfbK Hamburg inne. Er lebt und arbeitet in Zürich.

Die 9-teilige fotografische Serie „Kunst nach 45“ von Arne Schmitt entstand 2011. In diesen Fotografien setzt sich der Künstler mit Korrelationen zwischen öffentlicher Raumgestaltung, Architektur und Kunst der deutschen Nachkriegszeit auseinander.

Die Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen Detailsund bewusst gewählte Ausschnitte von Unterführungen, öffentlichen Plätzen, Kunst im öffentlichen Raum, Bürogebäuden oder mit Graffiti versehenen Mauern aus Beton. Die abgebildete Architektur ist zwischen 1945 und den 1970er Jahren entstanden und zeugt von einem architektonischen Stil, der das Stadtbild der Bundesrepublik bis heute prägt.

Scheinbar belanglose, von manchen Betrachterinnen nd Betrachtern vielleicht als unschön empfundene Details, treten in seinen Fotografien in den Vordergrund und werfen Fragen nach einer Ästhetik des öffentlichen Raums auf. Durch die künstlerische Auseinandersetzung und Fokussierung auf Material und Form, Oberflächenstrukturen, Licht und Schatten, Sicht und Durchsicht, Vorder- und Hintergrund und eine Verschiebung der Perspektive untersucht Arne Schmitt die visuelle Beschaffenheit der Stadt und erschafft Bildräume mit ästhetischem Eigenwert.

Hinter den abstrakten Bildkompositionen und der ästhetischen Auseinandersetzung mit Nachkriegsarchitektur in Deutschland stehen politische und soziale Fragestellungen, die sich mit gesellschaftlichen Entwicklungen seit der Nachkriegszeit auseinandersetzen:
Wie spiegeln sich politische Ereignisse in der gebauten Umwelt wider? Welche ästhetischen Empfindungen bringen die Menschen der Architektur aus der Zeit des Wiederaufbaus heute entgegen? Welche Erfahrungen machen die Menschen mit bestimmter Architektur?
Diese Auseinandersetzung findet sich auch in der Arbeit „In neuer Pracht“, die im Foyer in den Schaukästen zu finden ist. Sie setzt sich mit den Gerling-Versicherungsbauten in Köln auseinander, die in den 2010er Jahren zu Luxuswohnungen und -büros umgebaut wurden unter dem Namen „Gerling Quartier“. Der sehr monumentale Stil mit einiger Nähe zur Architektur des Dritten Reichs (beteiligt war architektonisch-beratend sowie bildhauerisch Arno Breker) wurde hier als hochwertig, historisch bedeutsam, edel und klassisch verkauft.

www.anmerkungen-zum-index.de

© Andreas Schmitten
„Graf-Adolf-Straße, Düsseldorf“, 2014
Papier, Karton, Kunststoff, Stoff, Holz, Aluminium, Schaumgummi, Draht, Adapter, Licht
Maße variabel
Installationsansicht Linn Lühn, Düsseldorf

Andreas Schmitten (*1980 in Mönchengladbach) studierte zunächst von 2001 bis 2006 an der Heinrich-Heine-Universität danach folgte bis 2012 ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf. 2010 bis 2011 studierte er an der Gnomon School of Visual Effects in Los Angeles. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Die multidisziplinären und vielfältigen Kunstwerke von Andreas Schmitten bewegen sich zwischen Zeichnung, Skulptur und Installation. Die zusammengeführten Objekte und Szenarien vermitteln nur ein unvollständiges Bild der von ihnen dargestellten Situationen. Assoziationen zu häuslichen und urbanen Strukturen werden evoziert, Möbel und Straßen verwandeln sich in abstrakte leere Behälter. Mit den Inhalten scheint dabei etwas nicht zu stimmen. Zeit und Ort können nicht eingeordnet werden. Gegenstände, die wir zu kennen glauben, sind ihrer Funktion beraubt. Die Fremdheit vertrauter Objekte irritiert.

In der großen Installation „Graf-Adolf-Straße“ ist alles selbstgemacht. Das Arrangement der Skulptur lässt an eine Stadtlandschaft denken. Zunächst scheint alles bekannt zu sein: Ein Regal ist angedeutet, ein Tisch, Sitzhocker, auf dem Tisch Köpfe, Lampen, Straßen, aber es gibt keinen einheitlichen Maßstab. Die Vermischung von Wohnmöbeln und architektonischen Strukturen macht einen wesentlichen Teil der Arbeit Schmittens aus. Die Oberfläche der Tischplatte ist übersät mit kleinen Theatersitzen, Lichtelementen und bunten, aus grafischen Elementen zusammengesetzten Köpfen. Bei den Objekten handelt es sich um Miniaturen ohne einheitliches Größenverhältnis.

Mehrere charakteristische Aspekte aus Schmittens Schaffen sind in dem Werk vereint: Urbanität und der öffentliche Raum und dessen Veränderungen und Kontraste, Kulissen und Atmosphären, Film und Realität, Spiel und Modell, innen und außen, Kunst und Wirklichkeiten. Andreas Schmittens Arbeiten sensibilisieren für die Kontraste des Alltags, für Wahrnehmungs- und Realitätsverschiebungen und übergeordnete Systeme.

http://www.andreasschmitten.com/

©Christoph Westermeier
40211 Worri Kontaktbogen I, 2022
Fineart-Print, 130 × 100 cm

©Christoph Westermeier
40211 Worri Kontaktbogen III, 2022
Fineart-Print, 130 × 100 cm

Christoph Westermeier ist 1984 in Köln geboren. Er hat an der Kunstakademie Düsseldorf bei Thomas Ruff, Christopher Williams und Rita McBride von 2004 bis 2010 studiert. 2011 bis 2013 folgte ein Studium bei de Ateliers in Amsterdam. Seit 2018 unterrichtet Westermeier an der Bergischen Universität Wuppertal und seit 2021 an der Kunstakademie Düsseldorf im Orientierungsbereich. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf.

In seinen Arbeiten hinterfragt Christoph Westermeier Fotografien, Sehgewohnheiten und Bildkorrespondenzen. Er verhandelt Fragen wie: „Wie gehen wir mit unserer eigenen kulturellen Identität um? Wie mit kulturellem Erbe? Wie visualisieren wir dies? Und wie gehen wir damit um in Zeiten des Umbruchs vom Analogen ins Digitale?“ Für das fotografische Bild gibt es keine Grenzen mehr. So nutzt er neben der Kamera auch das Smartphone, um Bilder zu erstellen.
Seit November 2021 wird der Worringer Platz von Christoph Westermeier fotografisch dokumentiert. Die drei Kontaktbögen zeigen fotografische Sequenzen, die ein Jahr umfassen. Westermeier entwirft chronologische Szenen eines viel diskutierten Platzes in der Stadtpolitik. Zu sehen sind Bildausschnitte unterschiedlicher Größe, die den Platz bei Tag oder Nacht, bei Sonnenschein und Regen aus unterschiedlichen Blickwinkeln abbildet. In einer weiteren Arbeit, die für die Ausstellung entsteht, befasst sich Christoph Westermeier mit der Figur der Kugelspielerin von Walter Schott sowie mit dem Modell der 50-Pfennig-Münze.
Die Kugelspielerin wurde 1897 von Walter Schott geschaffen, eine der populärsten Figuren der Jahrhundertwende. Ein lebensgroßer Bronzeguss steht im Blumengarten an der Königsallee in Düsseldorf, außerdem existieren eine Vielzahl von Statuetten der Figur in Bronze oder Meißner Porzellan, wie die Figur aus dem Hetjens Museum in Düsseldorf. Kombiniert wird die Figur der Kugelspielerin mit der Frauendarstellung auf der 50-Pfennig-Münze. Geschaffen wurde die bekannte Abbildung der Baumpflanzerin 1949 im Nachgang der Währungsreform 1948 von Richard M. Werner für einen Gestaltungswettbewerb der Bank deutscher Länder (später: Deutsche Bundesbank). Für die 50-Pfennig-Münzen wurde ein Motiv gesucht, das den Wiederaufbau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg verkörpern sollte. Gerda Jo Werner stand für die Darstellung Modell und wurde dadurch bekannt. Wie das Motiv der Münze mit der Zeit in Vergessenheit gerät, werden viele Kunstwerke im öffentlichen Raum nicht mehr wahrgenommen. Sei es, weil sie übersehen werden oder zu selbstverständlich geworden sind. Die Sichtbarkeit ist aber eine Voraussetzung für eine zeitgenössische, auch kritische Betrachtung und Bewertung von historischen Werken, die heute anders eingeordnet werden als noch zu ihrer Entstehungszeit. Aus diesem Grund greift Westermeier diese Motive auf, um sie in seinen Arbeiten wieder sichtbar zu machen und mit aktuellen Fragestellungen zu konfrontieren.

https://christophwestermeier.de/

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